Redewendung und Etymologie

Redensarten aus dem Bereich des städtischen Umlands

Gras

Darüber ist längst Gras gewachsen, ein längst vergessener Vorfall. Es hat sich erledigt, es ist vorbei. Die Redewendung kommt aus dem bäuerlichen Umfeld. Einen Flurschaden konnte man nur solange beweisen, wie kein Gras darüber gewachsen war.

 

Bausch

In Bausch und Bogen: alles in allem, etwas im Ganzen, ohne Unterscheidung. Kommt von den Flurbezeichnungen: die nach außen laufende Linie der Grenze wird als Bausch, die nach innen verlaufende als Bogen bezeichnet. Dabei stellt der Bausch den Gewinn (daher aufbauschen) und der Bogen den Verlust dar. Wurde ein Stück Land in Bausch und Bogen verkauft, so wurde nach einer nicht ins Einzelne gehende Gesamtvermessung verfahren. Aus dem Wort „Bausch“ in dieser Redensart hat sich das neulateinische pauschalis (unser pauschal) entwickelt, das in der allgemein üblichen Pauschalsumme wiederkehrt.

 

Scharte 

Eine Scharte auswetzen, etwas wieder gutmachen.  Scharten in Sensen, Sicheln und Messern wurden mit dem Schleifstein wieder ausgewetzt.

 

Zweig

Auf keinen grünen Zweig kommen - zu nichts kommen. Eine symbolische Handlung beim Grundstücksverkauf war die Übergabe eines grünen Zweiges vom Vorbesitzer zum Erwerber. Wer also keinen grünen Zweig bekam, hatte nichts.

 

Etymologie

Besitz 

Etwas besitzen, zum Eigentum haben. 
Symbolische Handlung im Mittelalter. Bei einem Eigentumswechsel musste der neue Herr sein Grundstück (meist auf einen dreibeinigen Stuhl) drei Tage hintereinander regelrecht „besitzen“. Er brachte es in Besitz.