Redewendung und Etymologie

Redensarten aus dem Bereich des Geldes

Bankrott machen  

Zahlungsunfähig sein, pleite gehen. Stammt aus dem Italienischen, banca rotta = zerschlagene Bank. Die Wechsler hatten früher ihre Geldsorten auf einer Bank ausgelegt (heute noch Bezeichnung für Geldinstitut). Wurde der Geldwechsler zahlungsunfähig, so zerschlugen ihm die Gläubiger die Bank.

 

Bein    

Etwas ans Bein binden. Etwas verloren geben. Das Geld bind ich mir ans Bein. Schon im Mittelhochdeutschen bei Walther von der Vogelweide: „den schaden zuo dem beine binden“ und „ min leit bant ich ze beine“. Die Erklärung ist, dass man etwas nicht höher als zum Bein kommen lässt, es sich also nicht zu Herzen nimmt. Im Gegensatz zu „auf der Seele liegen“ oder „zu Herzen nehmen“.

 

Berappen    

Einer muss berappen, muss bezahlen. Kommt von der Münze, dem Rappen, der um 1350 in Basel und den oberrheinischen Städten gang und gäbe war. Der Rappen trug das Wappen von Freiburg, den Rabenkopf. Im Mittelhochdeutschen heißt Rabe eben „rappen“.

 

Deut  

Das ist keinen Deut wert, also so gut wie nichts wert. Der Deut war früher die kleinste holländische Münze mit geringem Wert, die man auch in Deutschland kannte. Er kümmert sich keinen Deut darum.

 

Geldschneiderei  

Der Preis ist zu hoch. Anders als bei „Beutelschneider“, wenn der Beutel vom Gürtel gestohlen, abgeschnitten wurde, kommt diese Redewendung aus dem Bereich der Geldfälschung. Münzfälscher haben früher Gold- und Silbermünzen beschnitten, um sich einen betrügerischen Gewinn zu verschaffen, indem sie das auf solche Weise gewonnene Edelmetall veräußerten. 

 

Heller  

Das ist keinen Heller wert. Nichts oder nichts wert. Kleine Silbermünze von geringem Wert. Wurde bereits Ende des 12. bis zum 14. Jh. geprägt. Als wertbeständige Münze in ganz Süd- und Westdeutschland verbreitet. Der Heller hatte den halben Wert eines Pfennig. Durch illegale Kupferbeigabe verfärbte sich die Münze ins Rot. Der Wert verringerte sich. 

    Auch:
    Dafür werde ich keinen roten Heller bezahlen.
    Ist keinen roten Heller wert.
    Auf Heller und Pfennig abgerechnet.

 

Kröte    

Die paar Kröten, geringschätzige Bemerkung über einen Geldbetrag, der als zu gering erscheint. Hat nichts mit den Froschlurchen zu tun, sondern stammt vom niederdeutschen „Groschen“ oder „Groten“, einer wenig kaufkräftigen Münze, die in diesem Falle eigentlich „Gröten“ heißen müsste.

 

Münze    

Mit gleicher Münze heimzahlen, etwas vergelten. Die schon im Mittelalter bekannte Redensart erklärt sich von selbst aus der Vorstellung, dass jemand so behandelt wird, wie er selber den anderen behandelt.

Das ist auf mich gemünzt: das geht auf mich, zielt auf mich. Kommt von den Gedächtnismünzen des 16. und 17. Jh. die mit Ornamenten und allerhand Anspielungen „auf den sie gemünzt waren“, geprägt wurden.

Etwas für bare Münze nehmen, es ernst nehmen. Eine versprochene Zahlung schon als bares Geld werten.

 

Schrot  

Ein Mann von echtem Schrot und Korn, von gerader, aufrichtiger Ar. Ein Mensch von gutem, offenem Charakter. „Schrot“ bezeichnet das Gewicht, „Korn“ den Feingehalt der Münze. In Zeiten der Münzverschlechterung wurden Münzen von echtem Schrot und Korn besonders hoch bewertet. Die Redenart bezeichnet somit die unverfälschte Münze, im übertragenen Sinne die Ehrlichkeit des Charakters.

 

Springen  

Etwas springen lassen = einen ausgeben. Der Ausdruck erinnert an den früheren Brauch, beim Bezahlen Geldmünzen kräftig auf den Tisch zu werfen, um durch den hervorgerufenen Klang der Münzen ihre Echtheit zu beweisen, oder auch nur, um damit aufzutrumpfen, dass man welches besitze.

 

Stück  

Große Stücke auf jemand halten (geben): ihm vertrauen. Große Stücke waren früher wertvolle Münzen. Wenn man also etwas Gutes kaufen wollte, musste man eben „große Stücke darauf geben“.