Redewendung und Etymologie

Die Etymologie (altgriechisch ἔτυμος étymos „wahrhaftig“, „wirklich“, „echt“ und -logie) wird als Wissenschaftszweig der historischen Linguistik zugeordnet. Hier werden Herkunft und Geschichte der Wörter ergründet und damit, wie sich ihre Bedeutung und Form entwickelt haben.

Beispiel Einzelwort:

Buchstabe

Das Wort entstand wahrscheinlich aus den germanischen, zum Los bestimmten Runenstäbchen.
In Stäbchen aus Buchenholz ritzten die Germanen ihre Runen. Diese wurden als Orakel für wichtige Entscheidungen benutzt. Von den kultisch wichtigen Buchen-Stäbchen leitet sich das Wort „Buchstabe“ ab. Runen waren Geheimzeichen, daher kommt unser „raunen“.  Nachdem die Buchenstäbchen hingeworfen wurden, von hier leitet sich der Begriff „Entwurf ab“, wurden die ausliegenden Zeichen gelesen, gesammelt. Bücher lesen, Weinlese und Auslese haben hier ihren Ursprung.

 

Beispiel Ableitung:

Bild

Von dem ursprünglichen Begriff, welcher die Wahrnehmung des gesehenen Bildes bezeichnet, werden unter anderem Begriffe wie Schulbildung, Einbildung, Abbild abgeleitet.

  • bildhafte Sprache (Redensarten)
  • gebildet sein
  • sich etwas einbilden
  • einen Kreis bilden

Eine weitere verwandte Gruppe der Redewendungen sind die eher belehrenden Sprichwörter wie
„Aus den Augen aus dem Sinn.“

oder auch Redensarten, die oft nur regionale Bedeutung haben. 
„Die Schwaben werden erst mit vierzig Jahren klug.“

Dazu kommen noch einzelne Gruppen, wie zum Beispiel Bauernregeln.
„Wenn die Bienen ihre Stöcke zeitig kitten, kommt bald ein harter Winter angeritten.“

Manche Redewendung leitet sich von Zitaten oder aus Büchern ab und wurden mittlerweile feste Redewendungen oder Sprichwörter.
„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“
Friedrich Schiller, Wilhelm Tell
„Wer Wind sät, wird Sturm ernten.“
Bibelwort

 

Dazu kommen noch symbolische Handzeichen wie den Vogel zeigen, die Handfeige oder den Mittelfinger zeigen.