Herforder Orgelgeschichte(n) Teil 2: Orgelbau mit Hindernissen - Münsterkirche 1945–1961 (Fabian B. Brackhane)
HERFORDER ORGELGESCHICHTE(N)
TEIL 2: Orgelbau mit Hindernissen - Münsterkirche 1945–1961
Fabian B. Brackhane
Prolog
»Die Orgel der Münsterkirche war durch die ganzen Jahrhunderte hindurch ein Schmerzenskind, wie sie es heutigen Tages noch immer ist.« (Uhlenbruch 1926, S. 44)
Die Geschichte der Orgeln im Herforder Münster ist ebenso lang wie verwickelt. Zumindest seit dem 17. Jahrhundert trifft das Zitat von Uhlenbruch zu – beständig war man unzufrieden, änderte, baute neu, verschlimmbesserte.
Ein neues Kapitel begann 1945. Durch die Bombenangriffe im November 1944 und März 1945 hatte die 1869 von Friedrich Meyer erbaute und 1892 durch ihn beträchtlich erweiterte Orgel ernsthaften Schaden genommen. Einfach nur reparieren wollte man dieses Instrument aber nun trotz der Umstände der unmittelbaren Nachkriegszeit – Fenster und Dach des Münsters waren schwer beschädigt – nicht. Stattdessen strebte man eine klangliche Anpassung an die Vorstellungen der sog. Orgelbewegung an; die Orgelmusik aus der Zeit Johann Sebastian Bachs (1685–1750) und noch früherer Komponisten sollte wieder »gültig« dargeboten werden können.
Zugleich sollte das große gotische Maßwerkfenster oberhalb des Westportals, das seit 1869 durch die Orgel verdeckt wurde, wieder freigelegt werden – eine Zweiteilung der Orgel wurde erwogen.
Vom Ende her betrachtet lässt sich feststellen: Aus dem, was ursprünglich einmal als Reparatur begann, wurde im Endeffekt ein vollständiger Neubau, der seinen Abschluss erst 1961 finden sollte. Die Ereignisse der dazwischen liegenden 16 Jahre sind in vielfacher Hinsicht für einen Orgelbau ungewöhnlich. Das hier nur grob skizzierte Orgelbau-Drama in drei Akten wirft einerseits bemerkenswerte Schlaglichter auf die aus heutiger Sicht eigenartigen Verhältnisse der unmittelbaren Nachkriegszeit und illustriert zudem eindrücklich, wie schwierig eine Entscheidungsfindung werden kann, wenn zahlreiche Beteiligte mit zwar bestem Willen, aber sehr unterschiedlichen Vorstellungen beteiligt sind.
1. Akt, 1. Aufzug
Am 3. April 1945 rückten die britischen Streitkräfte in Herford ein. Schon bald darauf machte man sich ans Aufräumen und versuchte, so gut es ging, zur Normalität zurückzufinden. Die Orgel der Münsterkirche war »derart beschädigt, dass sie einer durchgreifenden und kostspieligen Reparatur bedarf.« Die Orgelbaufirma Steinmann aus Vlotho – nach Lage der Dinge die in mehrfacher Hinsicht naheliegendste Wahl für die Instandsetzung der Münsterorgel – reichte bereits im Juni einen ersten Voranschlag ein. Danach sollte der innere Aufbau der Orgel so verändert werden, dass die ganze Orgel um ca. 2 Meter nach hinten versetzt werden kann, um Platz für Chor und Orchester zu gewinnen.
Bei Gelegenheit dieses Umbaues sollte die Klanggestalt der Orgel (die Disposition) nach den Idealen der Orgelbewegung so verändert werden, dass sie für barocke und vorbarocke Orgelmusik geeignet ist. Hierzu war insbesondere vorgesehen, das dritte Manualwerk der Orgel als sog. Rückpositiv1in die Emporenbrüstung zu versetzen. Im Juli beschloss das Presbyterium, der Firma Steinmann den Auftrag zu erteilen. Nun erst äußerte dieser, dass »viele Pfeifen gänzlich unbrauchbar« seien. Ein zeitgleich tätiger unabhängiger Gutachter bezeichnet die Pfeifen hingegen als »fast lückenlos erhalten«... Im Dezember meldete das Staatshochbauamt erstmals aus ästhetischen Gründen Bedenken gegen den Bau eines Rückpositivs an.
[1]Teilwerk einer Orgel, das unabhängig vom Hauptkörper des Instruments im Rücken des Spielers (daher der Name) aufgestellt wird; Charakteristikum barocker Orgeln des 16. und 17. Jahrhunderts.
Der Gutachter KMD Adalbert Schütz (Bethel) billigte Steinmanns Konzept im Grundsatz, regte aber ergänzend an, zu überlegen, ob die Orgel nicht möghlciherweise auf die sog. »Schlafhausempore« nördlich der Vierung versetzt werden solle, um das große Maßwerkfenster, das die Orgel momentan verdeckt, freizugeben. Auch akustisch sei das Querschiff für Orgel vorteilhafter.
Einige Wochen später äußerte sich Schütz allerdings Bedenken, ob Steinmann mangels Erfahrung mit Orgeln der fraglichen Größe der geeignete Orgelbauer für dieses Projekt sei. Für ihn spräche andererseits seine kurzfristige Verfügbarkeit, denn man könne nicht absehen, wie die finanzielle Lage in einigen Monaten sei.
1. Akt, 2. Aufzug: 1946
Der durch Steinmann ins Spiel gebrachte Orgelarchitekt Walter Supper (1908–1984) aus Esslingen, schon damals ein prominenter Vertreter der Orgelbewegung, übersendet erste Entwurfsskizzen für die Neugestaltung des Orgelprospekts und regte an, die »langweilige« steinerne Brüstung der Westempore durch eine moderne Brüstung aus Holz zu ersetzen. Dieser Vorschlag findet sowohl in der Münstergemeinde als auch beim Landeskonservator Zustimmung. Das Staatshochbauamt jedoch verweigerte sich diesen Vorschlägen.
Bei einem Lokaltermin im Juli2 empfahl Supper dann, die Orgel auf der
Westempore zu belassen, aber zu teilen, um das Westfenster freizu-bekommen. Schon im September waren Pfeifen und Technik des »Hauptmanuals« bereit zur Wiederaufstellung. Diese erfolgte aber nicht, da Suppers neue Entwürfe noch nicht vorlagen. Mittlerweile machten sich Presbyterium und das Amt für Kirchenbau und Kirchliche Kunst dafür stark, nicht nur die Emporenbrüstung, sondern die gesamte Empore abzureißen und durch eine wesentlich kleinere Holzkonstruktion zu ersetzen.
[2] Supper war sozusagen »ins Blaue hinein« aus Esslingen abgereist: Es gab noch keine zuverlässigen Bahn-Fahrpläne. Es war nicht einmal bekannt, welche Strecken aktuell befahrbar waren. Als frühesten Zeitpunkt seiner Reise hatte Supper – der schon zu Ostern in Herford dringend erwartet worden war – daher die Jahreszeit bestimmt »in der die Witterung so ist, dass man sich auf dem untersten Trittbrett nicht die Gesundheit ernsthaft ruiniert.«
1. Akt, 3. Aufzug
Durch den Leiter des Städtischen Kulturdienstes, Ehrhardt Brand (1884–1982), wurden parallel zu diesen Planungen der Architekt Werner March (1894–1976; u. a. Olympiastadion Berlin, Wiederaufbau des Mindener Doms) und der Organist der Lübecker Marienkirche Walter Kraft (1905–1977) als Sachverständige beigezogen. Beide sprachen sich beide nach Klangproben durch Sänger und Bläser für das Schlafhaus als akustisch günstigsten Aufstellungsort aus. Brand, der ohne Auftrag des Presbyteriums handelte, durch sein privates Engagement verursachte in den folgenden Monaten einige Friktionen zwischen den übrigen Beteiligten, da sich das Presbyterium der Münsterkirchengemeinde nun mit einer Flut abweichender Vorschläge und Ideen konfrontiert sah und sowohl Orgelbauer als auch Orgelplaner vom Presbyterium Klarheit darüber einforderten, wer nun ihr maßgeblicher Ansprechpartner sei.
2. Akt, 1. Aufzug: 1947-1948
Wiewohl die Schlafhausempore akustisch als sehr günstiger Ort erschien, sprachen sich verschiedene damit befasste Gremien gegen eine Hauptorgel an dieser Stelle aus, da man dann das Problem der verdeckten Fenster nur verlagern, nicht aber gelöst haben würde.
Walter Supper, der an sich ebenfalls eine Orgel im Westen der Kirche favorisiert, schlug als Kompromiss eine Doppellösung vor: Gemeindeorgel mit reduziertem Umfang im Westen und ergänzend eine kleinere Orgel für konzertante Zwecke auf der Schlafhausempore. Allerdings ruhtenen die Orgelarbeiten inzwischen, da die Frage des Standortes – auch aufgrund der polarisierenden Intervention Brands – nicht kurzfristig geklärt werden konnte.
Im Sommer 1947 ereignete sich – wohl einigermaßen überraschend – eine entscheidende Personalie: Der bisherige nebenamtliche Organist Ortgiese wurde »aufgrund landeskirchlicher Anordnung« durch einen hauptamtlichen A-Kirchenmusiker ersetzt. Auf diese Stelle wird Arno Schönstedt (1913–2002) aus Leipzig berufen. Schönstedt übernimmt zugleich auch das Amt des Orgelsachverständigen von Adalbert Schütz, so dass gleichzeitig zwei entscheidende Akteure der bisherigen Orgelbaupläne ausscheiden. Hinzu kommt, dass der jährliche Wechsel im Vorsitz des Presbyteriums ebenfalls die Gewichtung der Prioritäten veränderte.
Schönstedt sprach sich – noch vor seiner offiziuellen Berufung – klar gegen Steinmann als ausführenden Orgelbauer aus. Auch andere Personen warnten nun davor, dass ausgerechnet die Firma, die jüngst bei zwei anderen, weit kleineren Orgelprojekten in der Region nicht zufriedenstellend gearbeitet habe, den Großauftrag für die Münsterkirche ausführe.
Zeitgleich ging beim Presbyterium ein von mehreren Dutzend Gemeindemitgliedern unterzeichneter Brandbrief ein, in dem gefordert wurde, nun endlich die Orgel basierend auf den ursprünglichen Planungen (also auf der beizubehaltenden steinernen Westempore mit dem Gehäuseentwurf von Walter Supper) zu bauen, bevor die Währungsreform die beträchtlichen Geldspenden aus den Reihen der Gemeinde entwerten würde.
Dennoch vergeht das Jahr 1948 scheinbar tatenlos. Die Situation ist völlig verfahren: Einerseits hat Steinmann schon Arbeiten in erheblichem Umfang geleistet und Teile der Orgel quasi fertiggestellt. Andererseits kann man sich in der Gemeinde durch die verschiedenen Ansichten nicht zu einer Entscheidung über den Standort durchringen. Hinzu kommt, dass sich nun durch die Währungsreform die Finanzkraft der Gemeinde tatsächlich massiv verschlechtert hat.
2. Akt, 2. Aufzug: 1949, Teil 1
Zum Jahreswechsel 1948/49 hatte sich unter dem Einfluss Arno Schönstedts in der Gemeinde der Entschluss durchgesetzt, das Orgelbauprojekt noch einmal vollkommen neu zu beginnen. Man wollte den geschlossenen Vertrag mit der Firma Steinmann lösen, um eine andere Orgelbaufirma beauftragen zu können. Nachdem Steinmann sich zunächst bereitwillig gezeigt hatte, entwickelte er bald darauf eine einigermaßen undurchsichtige Hinhaltetaktik, als es darum ging, die Materialien (insbesondere Pfeifen), die er 1946 in seine Werkstatt verbracht hatte, wieder a die Münstergemeinde herauszugeben. In der sich nun entspinnenden Auseinandersetzung bedachte Schönstedt seinen Widerpart Gustav Steinmann sen. mit mancherlei wenig schmeichelhaften Attribuierungen (»unmöglicher Mann«, »Schubiak«), die in krassem Kontrast zu dem sehr guten Verhältnis standen, das er nur wenige Jahre später mit der Firma haben sollte.3
[3] Gustav Steinmann sen. scheint auch in anderer Hinsicht ein eher schwieriger Charakter gewesen zu sein, so wurde sein Verhalten als Arbeitgeber um 1930 stark angegriffen (vgl. „Volkswacht“ Nr. 278 vom 18.11.1930, S. 10). Er verstarb 1953. Zu seinem Sohn Gustav Steinmann jun. (1913–1997) hatte Schönstedt eine weitaus bessere Beziehung, so dass nach 1953 zahlreiche Orgeln (in Herford selbst u. a. die Orgeln der Johanniskirche 1955, Marienkirche 1956 und Petrikirche 1960) auf ausdrücklichen Wunsch Schönstedts durch die Firma Steinmann erbaut wurden.
Steinmann sollte schließlich gerichtlich gezwungen werden, die von ihm 1946 ausgebauten Pfeifen wieder herauszugeben, hatte die geforderten Pfeifen jedoch längst sämtlich eingeschmolzen.4 Im sich bis Juli hinziehenden Gerichtsprozess verwickelte sich Steinmann in immer neue Widersprüche. Fest steht: Von den Metallpfeifen der alten Münsterorgel und großen Teilen der Technik war nichts mehr übrig. In einem Vergleich einigte man sich darauf, dass Steinmann ersatzweisen 500 kg 60%iger Zinnlegierung an die Münstergemeinde liefern sollte.
Auch Walter Supper wurde nun recht wenig diplomatisch von seinen Aufgaben entbunden, da man vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit Steinmann keine Möglichkeit der weiteren Zusammenarbeit mit ihm sah.
[4] Man bedenke die generell unübersichtliche Lage und existenzielle Not der unmittelbaren Nachkriegsjahre und die Ungewissheit im Vorfeld der Währungsreform!
3. Akt, 1. Aufzug: 1949, Teil 2
Mittlerweile hatte Arno Schönstedt mittlerweile Fühlung mit der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus (Lich) aufgenommen, deren Umbau der Orgel in der der Frankfurter Universitätsaula von 1947 ihn nachhaltig beeindruckt hatte.
Parallel dazu entspann sich um die Gestalt der neuen Münsterorgel ein neuerlicher Dissens. Da absehbar war, dass eine Orgel der gewünschten Größe umständebedingt nicht so bald realisierbar sein würde, planten Orgelbauer und Münsterkantor eine Ausführung in zwei Bauabschnitten. Schönstedt wünschte sich bereits im ersten Bauabschnitt den Bau eines Rückpositives in der Emporen-Brüstung (man vergleiche die Vorgänge 1945!). Dies wurde nun jedoch seitens des Staatshochbauamtes als »architektonisch nicht tragbar« endgültig abgelehnt. Schönstedt fügte sich scheinbar, in der Hoffnung darauf, das Rückpositiv im zweiten Bauabschnitt doch noch realisieren zu können. Zu Recht, wie sich zeigen wird.
Der nächste Stein des Anstoßes wurde die äußere Gestaltung der neuen Orgel, der Prospekt. Vom Gehäuse Meyers war inzwischen nichts mehr übrig, man musste und konnte also frei neu planen.5 Statt auf die bereits weit gediehenen Pläne Walter Suppers zurückzugreifen, setzte sich auch hier wieder das Bielefelder Staatshochbauamt durch und oktroyierte einen Prospektentwurf des Gelsenkirchener Malers und Restaurators Paul Thol (1887-1956)6. Dieser Entwurf wurde jedoch durch Orgelbauer, Organisten und Gemeinde einmütig als völlig unpassend empfunden (Abbildung 3 links).7 Da die Gemeinde jedoch nicht Baulast-trägerin der Münsterkirche ist, hatte sie keine Möglichkeit, sich gegen die Vorstellungen des Staatshochbauamtes durchzusetzen. So wurde dann dieses Gehäuse im Rohbau tatsächlich gebaut, erhielt allerdings nie die von Thol vorgesehene ornamentale Ausschmückung, da man das Gehäuse stets nur als zwischenzeitliche Notlösung ansah (Abbildung 3 rechts).
[5] Supper hatte in seinen ursprünglichen Planungen ein »Recycling« alter Prospektteile vorgesehen
[6] Thol war zu dieser Zeit mit der Neuausmalung der Wolderuskapelle befasst undstattete zugleich die katholische Kirche St. Johannes Baptist neu aus. Von ihm sind dort heute noch die Neufassung des Deckengemäldes im barocken Teil sowie die Bleiglasfenster im neoromanischen Teil erhalten.
[7]Die Zusammenarbeit zwischen Orgelbauern und Architekten ist seit jeher nicht selten von divergierenden Prämissen und Zielen geprägt.
Nun ging alles sehr schnell: Bereits 1950 wurde die Orgel schließlich eingeweiht: 47 Register auf drei Manualen und Pedal, in einem provisorischen Gehäuse.
3. Akt, 2. Aufzug: 1954–1961
Als 1954 die Innenrenovierung der Münsterkirche zum Abschluss kam, wurde der Interims-Prospekt endgültig zum Stein des Anstoßes (»nicht mehr tragbar«). 1956 erhielt die Stiftberger Marienkirche 1956 eine neue Orgel der Firma Steinmann mit einem Prospekt des Architekten Wulf Knipping (Hagen). Dessen Gestaltung wurde als so gelungen empfunden, dass man Knipping auch um einen Entwurf für die Münsterkirche bat. Der daraufhin entstandene Entwurf zeigte formal große Ähnlichkeit zur Orgel der Marienkirche8, passte sich aber den räumlichen Gegebenheiten des weitaus größeren Münsters an.
[8] Beide Prospekte zeigen bspw. anstelle der traditionellen »Schleierbretter« oberhalb der Pfeifenmündung eine abstrakt reduzierte Verstabung.
Durch eine Stiftung des Herforder Kaufmanns Herbert Tengelmann (1896–1959) (»BRAX«) standen schließlich auch die nötigen Geldmittel zur Verfügung, um sowohl den Prospekt ersetzen als auch endlich das vorgesehene Rückpositiv errichten zu können. Letzteres wurde zuerst fertig, so dass sich für kurze Zeit ein pikanter Stilmix ergab (Abbildung 4 links), bis 1961 auch die restliche Orgel ihren neuen Prospekt erhielt (Abbildung 4 rechts). Wie auch in der Marienkirche wurde dieser allerdings nie vollständig fertiggestellt: Die von Knipping als integrales Element vorgesehene Farbfassung kam in beiden Kirchen nicht bzw. nur erheblich reduziert zur Ausführung.9
[9] In der Münsterkirche war unter anderem eine Teilvergoldung der Prospektpfeifen vorgesehen.
Epilog
Damit fand nach mehr als 15 Jahren eine überaus ungewöhnliche Baugeschichte sein Ende. Arno Schönstedt haderte indessen zu diesem Zeitpunkt bereits wieder mit den technischen (und damit auch musikalisch-künstlerischen) Kompromissen, die er 1947/50 noch bereit gewesen war einzugehen, um schnellstmöglich zu einer neuen Orgel zu kommen…
Nach einem kleineren Eingriff 1990 wurde die Münsterorgel 2006 umfassend saniert und dabei klanglich tiefgreifend umgestaltet. Und doch ist sie im Kern nach wie vor die »Alterspräsidentin« der Herforder Orgellandschaft.
Literatur
Bormann, K. H.: Die gotische Orgel zu Halberstadt. Berlin: Merseburger, 1966.
Jaffé, Ph.: Das Leben der Königin Mathilde. Zweite Auflage, neu bearbeitet von W. Wattenbach. Leipzig 1891.
Schütte, B. (Hg.): Die Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde, Hannover: Hahn, 1994.
Uhlenbruch, F.: Herforder Musikleben bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Herford 1926
Warnecke, H. J.: 798 und wie alles begann, in: 1200 Jahre Herford. Spuren der Geschichte (= Herforder Forschungen, Bd. 2, hrsg. von Theodor Helmert-Corvey und Thomas Schuler., Herford: Maximilian 1989, S. 585–611.



