Die Vereinsaktivitäten seit dem 100jährigen Jubiläum 1982 im Überblick (Christoph Laue)
Im Herforder Jahrbuch von 1982 (XXIII. Band) gab der frühere Vorsitzende Dr. Karl Stork einen umfangreichen Überblick über die ersten 100 Jahre Vereinsgeschichte. Hier nun ein stichwortartiger Überblick zur Arbeit der im Verein für Herforder Geschichte verschmolzenen Vereine seit 1982:
Zum jährlichen Programm des Herforder Vereins für Heimatkunde gehörten mehrere Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung, sowie fast jährlich eine größere Frühlingsfahrt und mehrtägige Studienfahrten, die mit dem Kunstverein gemeinsam veranstaltete Pöppelmann-Feier und einige Vorträge. Ebenfalls jährlich verlieh der Heimatverein bzw. die Bürgerinitiative zur Erhaltung des charakteristischen Stadtbildes die Pöppelmann-Medaillen. Dazu kommen die Ausgaben der Zeitschrift „Der Remensnider“.
1982 ging die Jubiläumsfahrt in die DDR mit Besuchen in Weimar und auf der Wartburg. Ab 1982 gab der Verein (mit seinem historischen Arbeitskreis) die Zeitschrift „Freie und Hansestadt Herford“ heraus, in der später auch einige Bildbände erschienen. Im Remensnider gab es zum Thema Stadtbildpflege die kritischen Serien „Verloren und zerstört, Verkauft, verloren für immer“ und „Althaussanierung als Bürgeraktion“. Der Verein führte eine sehr erfolgreiche Spendensammlung für die Restaurierung des Neustädter Rathausgiebel durch und setzte sich 1985 für den Erhalt des Neustädter Marktbrunnens ein.
Ab 1986 begannen die Vorbereitung auf das Stadtjubiläum 1989. Der Verein gab mehrere Geschichtstaler heraus. 1986 begaben sich Mitglieder auf eine Studienreise auf den Spuren von Bach und Händel und eine Studienfahrt auf den Spüren Pöppelmanns in Dresden. 1987 setzte sich der Verein für den Erhalt des Fronhofs in Leutesdorf ein und beschäftigte sich mit Herford in der Hanse. Das Projekt eines „Hansebrunnens“ wurde angestoßen und mit einer Spendensammlung unterstützt. Zum Thema Naturschutz erschienen immer mehr Beiträge im Remensnider, u. a. zu bemerkenswerten Bäumen in Herford. 1988 stellte Dieter Ernstmeier seine Überlegungen zur Aufstockung des Nordwestturms der Münsterkirche vor. Der Verein beschäftigte sich mit einer eventuellen Wiederherstellung der Bowerre. Es begann der Einsatz für den Erhalt des Werretals angesichts der Klärwerksneubaupläne. Kurz vor der „Wende“ richtete sich der Blick nach Quedlinburg. Der Verein gab Anregungen für die 1200 Jahrfeier und setzte sich kritisch mit der Festschrift zum Jubiläum auseinander.
1989 erschien ein letztes Herforder Jahrbuch unter der Regie des Vereins, Thema „Waltger und die Gründung Herfords“. Im Jubiläumsjahr fand die Übergabe des Giebels des Neustädter Rathauses statt. Der Verein begab sich auf Studienfahrt nach Trier. Er begleitete aufmerksam die Grabungen auf dem Münsterkirchplatz und stellte die Forderung nach Stadtarchäologie. Viele Mitglieder beteiligten sich aktiv an den Jubiläumsveranstaltungen. Fortgesetzt wurden die Aktivitäten gegen den geplanten Klärwerkbau im Werretal. Ein Vorschlag zur Rekonstruktion des Steintores wurde vorgelegt und die Spendensammlung für den Hansebrunnen fortgesetzt.
1990 setzte sich der Heimatverein für die Rettung von Quedlinburger Chroniken, und veranstaltete eine Studienfahrt zu „Heinrich und Mathilde“. Es bildete sich ein „Arbeitskreis Museum“ aus der Sorge um die geplante Verlagerung des Städtischen Museums in die SULO-Fabrik an die Werrestraße. Dazu gab es eine Abstimmung in der Leserschaft des Remensniders. Ab 1992 begann der Einsatz für die Restaurierung der Pöppelmannschen Weinbergkirche in Pillnitz. 1993 konnte der Verein den Erfolg in der Verhinderung des Klärwerksneubaus im Werretal feiern, es begann der Einsatz für Erhalt und Nutzung des Bismarckturms. 1994 gab es wieder eine Studienfahrt in den Ostharz, es folgten weitere in den nächsten Jahren. Immer stärker wurde die Einmischung des Vereins in städtische Umweltpolitik.
1995 forderte der Vereins zu Spenden für die Stiftung Brand auf. Die Einweihung der Weinbergskirche in Pillnitz zog einige Mitglieder dorthin. 1996 gab es die kritische Begleitung einiger neuerer Veröffentlichungen, z.B. der Arbeit von Rene Schilling zur Weddigen-Rezeption. Der Vereins setzte sich gegen Abschaffung des Beirats für Stadtbildpflege zur Wehr. Es begann eine engere Kooperation mit dem BUND/BNU. Erneut fand eine Studienfahrt auf den Spuren von Königin Mathilde statt (wie auch 1997). 1997 wechselte die Redaktion des Remensnider von Dr. Rainer Pape auf Cord H. Huchzermeyer. 115 Jahre Heimatverein wurden begangen. Der Verein unterstützte den 1996 gegründeten Bismarckturmverein. 1998 stand im Zeichen der Veranstaltungen zum Westfälischen Frieden. Es gab eine Reise in die Altmark. Der Verein beteiligte sich an der Diskussion um Kulturstandort Herford und kündigte seine ideelle Hilfe für das neue Museumszentrum an der Goebenstraße an. Auch um die Jahreswende 1999/2000 griff der Heimatverein in die Museumsdiskussionen um den neuen Standort am Münster ein und bewertete die Einsetzung von Matthias Wemhoff als Berater positiv.
Am 20. Februar 2001 gründete sich der Förderverein Museum am Münster unter starker Beteiligung von Mitgliedern des Herforder Vereins für Heimatkunde. Vom 21. Juli bis 25. August 2001 zeigte die Ausstellung ENTWÜRFE Diplomarbeiten zum Historischen Museum am Münster im Daniel-Pöppelmann-Haus. In der Podiumsdiskussion mit den Fraktionen am 25. August 2001 wurde deutlich, dass an diesem Ort gebaut werden kann. Ab dem 8. September 2001 projizierte der Förderverein unter dem Titel „Verborgene Schätze“ Dokumente und Exponate aus der Herforder Geschichte für das neue Museum am Münster an das verhüllte Münster. Im Herbst erschien die 17. und letzte Ausgabe der Zeitschrift „Freie und Hansestadt Herford des Heimatvereins („Aus drei Jahrtausenden“).
Vom 2. März bis 10. April 2002 zeigte der Förderverein die Ausstellung „Museumsreif“ im Münster zu Herford. Am 10. Mai 2002 gab er eine Stellungnahme zum Iglhaut/Roth Gutachten ab und sprach sich gegen zwei Standorte aus, da eine sinnvolle Nutzung der Villa Schönfeld nicht möglich und zu teuer sei. Am 3. September 2002 fand ein Workshop Machbarkeitsstudie zur Präsentation der Stadt und Stiftsgeschichte im Hotel zur Fürstabtei statt. 2003 vermachte Dieter Ernstmeier dem Förderverein eine Million Euro und richtete eine Stiftung ein, die das Museum am Münster mittragen sollte. Um die Geschichts- und Heimatbewegung wieder zu einen, begannen Fusionsverhandlungen zwischen dem Förderverein und dem Herforder Verein für Heimatkunde. Der Heimatverein ließ seine Archivbestände in der Stiftung Brand inventarisieren. Am 18. Februar 2004 erfolgte die Verschmelzung von Heimatverein und Förderverein zum Verein für Herforder Geschichte e.V.. Seit der Ausgabe 2004 ist das Historische Jahrbuch für den Kreis Herford die Jahresgabe an die Mitglieder und auch der Remensnider wird durch den neuen Verein weitergeführt. Er bietet allen Interessierten jährlich etwa acht Vorträge sowie einige Fahrten und Wanderungen an.
Von März bis Juni 2004 bezahlte der Geschichtsverein die Inventarisierung der Sammlungsbestände in der Villa Schönfeld in eine moderne Museums-EDV, die Bestände wurden anschließend ausgelagert. Vom 3. Juni bis 18. Juli 2004 zeigte der Verein in der Ausstellung „SCHERBEN-SCHÄTZE“ zum ersten Mal seit 1989 wieder die Glasfunde aus der Abteigrabung. Er vergab Stipendien und Förderungen von Forschungsarbeiten zur Museumssammlung und zur Herforder Stiftsgeschichte. Vom 5. September bis 10. Oktober 2004 gab es mit einem durch den Verein ausgestatteten Container am Münsterkirchplatz unter dem Motto „... treten Sie ein ...“, eine Aktion mit der Präsentation von Museumsobjekten.
Am 10. Juni 2005 gab der Stadtrat ein grundsätzlich positives Votum für ein Museum auf dem Gelände der archäologischen Ausgrabungen und legte ein teilschrittiges Verfahren zur Umsetzung vor. Es folgten zähe Verhandlungen mit Verwaltung und Politik. Im März 2006 legte der Verein – erstellt durch Prof. Dr. Wemhoff – eine Nutzungskonzeption mit Nachweis der Tragfähigkeit der Exponate und Raumbedarfe anhand der vorgegebenen Standards vor. Seit dem 25. Juni 2006 ist die durch den Verein geförderte Ausstellung „Bilderstreit und Bürgerstolz“ in den Herforder Kirchen Jakobi und Johannis zu sehen. Bei der vom 5. August bis 29. Oktober 2006 gezeigten Ausstellung „Reinhard Maack Forscher . Entdecker . Herforder“ war der Verein Mitveranstalter. Im November 2006 legte er eine Machbarkeitsstudie und die Ermittlung von Betriebskosten zu Baukosten nach einem modularem Baukonzept vor, das im Januar 2007 nochmals überarbeitet durch Preckel und Wemhoff präsentiert wurde.







